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Das Lehrter Gymnasium verabschiedet „Urgesteine“

Einen wahren Verabschiedungs-Marathon erlebten die Lehrkräfte und Mitarbeiter des Lehrter Gymnasiums in der letzten Dienstbesprechung am Tag vor der Zeugnisausgabe. Neben der langjährigen Sekretärin der Sek II, Heide Allers, wurden auch drei Urgesteine des Gymnasiums in die verdiente Pension verabschiedet: Reiner Macher, Martin Hammerschmidt und Friedrich-Uwe Röber. Zusätzlich verlässt Thilo Lausecker das Gymnasium Lehrte, um in Hannover an der Sophienschule als Koordinator zu wirken.

Gespannte Erwartung vor der Veranstaltung

Zunächst verabschiedeten die Fachruppen Mathematik, Physik und Informatik „ihren“ Reiner Macher, der seit 1977 an dieser Schule unterrichtete und die Abiturprüfungen als Koordinator und Schulleitungsmitglied organisierte. Physiklehrer Jens Lamker zitierte aus seinen Erinnerungen Machers Universalspruch: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann zeichne ich den Einheitskreis!“ „Kundige wissen, dass man hiermit schwere Nüsse lösen kann, zum Beispiel Sinus und Cosinus!“ – kalauerte er dann weiter. Macher musste auch noch eine Informatik- Abiprüfung ablegen, in der er ebenso komplizierte wie witzige Kodierungen vornehmen sollte.

Nach der erfolgreichen „Abiprüfung“ in Informatik

Blumen vom Personalrat und Abschiedsrede von Reiner Macher

Als nächster wurde Friedrich-Uwe Röber von den Fachgruppen Deutsch und Politik sowie seinem Beratungslehrerkollegen Pfeiffer verabschiedet. Besondere Würdigung erfuhren natürlich seine Fußstapfen, die er im Bereich des Darstellenden Spiels hinterlassen hatte. Zahlreiche legendäre Theateraufführungen wurden aufgezählt, in denen er seine Schüler zu wahren Schauspielern machte. Höhepunkt seiner Verabschiedung war jedoch der musikalische Vortrag der DSP-Kolleginnen zur Gitarre mit dem Refrain: „Theater-AG, das war Uwe und der schlug erbarmungslos zu.“ – Natürlich zur Melodie von Reinhard Mey: Der Mörder ist immer der Gärtner.

Die DSP-Lehrerinnen Gabriele Schrumpf und Ursula Lorenz stimmen ein Loblied auf Friedrich-Uwe Röber an.

Beratungslehrer Pfeiffer und DSP-Kollege Filsinger erinnern sich an Uwe Röber.

Uwe Röber war genau so lange am Lehrter Gymnasium wie Martin Hammerschmidt, nämlich seit 1980. Hammerschmidt wurde durch die Fachgruppe Geschichte durch Quellenanalysen alter Jahrbücher verabschiedet. Die Historiker kamen zu dem Schluss: Sympathisch und kompetent. Weder Kosten noch Mühen gescheut hatte die Lateinfachgruppe mit deutlich femininem Überhang, die Hammerschmidt lange Jahre als Fachobmann leitete. Sie hatte eine professionelle Karikatur mit Hammerschmidts Kopf in Cäsar-Pose in Auftrag gegeben. Zusätzlich lief ein langer Film mit Kommentaren von Schülergruppen und Kollegen.  Unterlegt war der Beitrag mit der Musik: „Du bist hamma, wie du dich bewegst in dein’m Outfit, hamma!“ von Culcha Candela (Candela: lateinisch für Kerze) und dem Ende: “Du bist Hamma-schmidt“! Wahre Größe bewies Hammerschmidt, indem er selbstironisch in seiner Rede aus einem FAZ-Artikel zitierte: „Unter allen unzeitgemäßen Personen ist der Lateinlehrer am unzeitgemäßesten – da könnte man ja genauso gut klingonisch unterrichten.“

Die feminisierte Lateinfachgruppe mit der Karikatur (Wo ist Gunter Kopfer?)

Disput der Historiker – Hammerschmidt als Imperator – Diana Rosenhagen bei der Laudatio

Als dann Thilo Lausecker verabschiedet wurde, dankte Schulleiterin Silke Brandes für seine gute Arbeit in den zwölf Jahren, für die perfekte Organisation des Zeugnisdrucks und für die zeitweilige Leitung der Unterstufe (Klassen 5/6). Seine Fachkollegen spielten auf seine praktische Ader an und schenkten dem Leiter der AG „Flugmodelle“ Schutzhelm und Wasserwaage.

Marc Drechsler übergibt den Helm – Thilo Lausecker zieht Bilanz

Der Personalrat überreichte der Sekretärin Heide Allers ein gebundenes Buch mit Kochrezepten und guten Wünschen. Zur Überraschung aller erschien Marcel Reich-Ranicki auf der Bühne und rezensierte eben dieses Kochbuch humorvoll. Bei genauem Hinsehen war es denn wohl doch der DSP-Kollege Manfred Filsinger, der glaubwürdig in diese Rolle geschlüpft war. Silke Brandes danke ihrer Vorzimmerdame Allers humorvoll: „Als ich als Schulleiterin an diese Schule kam, dachte ich lange Zeit, Heide wäre hier die Chefin. Perfekt hatte sie alles im Griff – sie wusste über alles Bescheid – nichts konnte sie erschüttern.“

Heide Allers mit dem Kochbuch, das von „Marcel Reich-Ranicki“ verrissen wird

Die dreistündige Veranstaltung endete mit einem Büffet und Sektempfang im viel zu kleinen Lehrerzimmer, zu dem die Pensionäre einluden.

Freude und Wehmut beim Abschied