Im Rahmen einer Exkursion am 16.06.2026 besuchten wir, die Leistungskurse Geschichte (Schröder / Sauer), die Villa Seligmann in Hannover, bei der uns der Historiker Prof. Dr. Peter Schulze einen spannenden Vortrag über das jüdische Leben in Niedersachsen im 19. Jahrhundert hielt. Der Vortrag war nicht nur lehrreich, sondern auch sehr anschaulich und hat uns viel über die Geschichte, Traditionen und den Alltag jüdischer Familien dieser Zeit erzählt – Dinge, die zusätzlich unseren Unterricht erweitert haben.
Zunächst ging es um das Leben einer jüdischen Familie. Besonders interessant war die Erklärung des Schabbats, des jüdischen Ruhetages. Da Feuer entzünden als Arbeit gilt, durfte man während des Schabbats kein Licht anzünden. Um trotzdem Licht zu haben, nutzten viele Familien sogenannte Schabbat-Lampen, die schon vor Beginn des Schabbats angezündet wurden und über 24 Stunden oder länger brennen konnten. Das zeigte uns, wie stark der Glaube den Alltag geprägt hat und wie kreative Lösungen gefunden wurden, um religiöse Regeln einzuhalten.
Anschließend erklärte Prof. Schulze, wie sich die Stellung der jüdischen Bevölkerung in Niedersachsen im 19. Jahrhundert verändert hat. Obwohl es Fortschritte gab, standen viele Menschen dennoch vor Vorurteilen und Diskriminierung. Gleichzeitig entstanden immer mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe – ein wichtiger Schritt in Richtung Integration.
Ein besonderer Schwerpunkt war die Neue Synagoge in Hannover im 19. Jahrhundert. Mithilfe von historischen Fotos konnten wir sehen, wie beeindruckend ihr Bau war – sowohl von außen als auch im Inneren. Die Bilder vermittelten, wie wichtig die Synagoge als religiöses und soziales Zentrum war. Außerdem hörten wir eine Aufnahme eines jüdischen Vorbeters. Obwohl es kein klassischer Gesang ist, klingt die Art, wie die Gebete vorgetragen werden, für uns fast wie Musik. Der Ausblick hinsichtlich der gewaltsamen Zerstörung 1938 machte uns deutlich, dass ein Teil der hannoverschen Kultur damit verloren ging.
Nach dem Vortrag wurden wir durch die Villa Seligmann geführt. Das Gebäude, das heute ein Zentrum für jüdische Kultur ist, war einst die Wohnung einer wohlhabenden jüdischen Familie. Die Architektur und die erhaltenen Details in den Räumen vermittelten einen authentischen Eindruck vom Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Insgesamt war die Exkursion sehr beeindruckend. Durch den Vortrag, die Bilder, die Aufnahmen und die Führung konnten wir die jüdische Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen. Es war eine lebendige und tiefgründige Erfahrung, die unser Verständnis für die Kultur und Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Niedersachsen deutlich erweitert hat.
geschrieben von Johann-Matteo Pabst (LK Geschichte Sauer)



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