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Studienfahrt St. Girons Plage (Surfen)

Set, Swell, Line up, Nose, Rails, Tail, Bottom, Fins, Leash, A-Frame, Beach Break, Close-out, Channel, Cross Step – All das sind Begriffe, die wir, bevor wir nach Frankreich zum Surfen gefahren sind, noch nie gehört haben und jetzt, nach einer Woche Sommer, Sonne, Strand und Meer verstehen. Aber jetzt mal der Reihe nach.

Nach einer wenig spektakulären und erfreulich kurzen (nur 18 Stunden) Busfahrt kamen wir um 7:30 Uhr morgens in der Früh am Campingplatz in St. Girons Plage an. Bei der Einfahrt auf den Campingplatz begrüßte uns ein Blick auf den satt blauen Atlantik. Eshieß erst mal warten, bis die Zelte bezogen werden können, Zelte einräumen, Isomatten suchen und Schlafsäcke ausbreiten. Aber dann ging es nichts wie raus ans Meer.

Das Meer hat uns, welch Wunder, die ganze Woche lang begleitet. Morgens um Viertel vor sieben aufstehen, kurzes Surferfrühstück und dann Boards und Neo(prenanzug) schnappen, ab ans Meer und rein in die Wellen. Zugegeben, am Anfang war es wohl eher ein In-die-Wellen-Fallen und weniger ein Auf-dem-Board-Stehen, aber nach vier Tagen Surfen unter höchst professioneller Anleitung – Danke an unsere Surfcoachs René, Manu und Lilly – haben wirdie Wellen dann dochhäufiger von oben als von unten beobachten können. Wellen waren die Woche über ja zum Glück in ausreichender Zahl da und dann auch noch perfekt anfängerfreundlich am Anfang der Woche kleine, zum Ende hin dann etwas größere Wellen.

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In Surfersprache hieße das jetzt: Wir hatten in der Woche einen perfekten Swell aus Nord-West, der zweifeet hohe Siebener-Sets in zehn Sekunden Periode brachte. Diese kann man bei leichtem Onshore-Wind natürlich super surfen, wenn nicht gerade High Tide ist und es einen Beach Break gibt. Also Neo an, Leash ran, Nose voraus in die Fluten stürzen und ins Line up paddeln. Dabei aufpassen, dass man nicht von einer Welle durchgewaschen wird („Waschmaschine“).  Im Line up dann aufs Board setzenund auf die perfekte Welle warten. Dann flugs drehen, Nose Richtung Strand, Hände an die Rails und paddeln. Sobald die Welle den Tail anhebt, noch drei kräftige Schläge und hochstützen, rechts Zehen aufstellen, linkes Bein vorziehen, aufrichten, Take off! Möglichst bis zum Strand stehen und wieder in die Wellen. Denn dieser Sport macht süchtig!

Nach drei Stunden Surfen war dann der Tag von den Kräften her manchmal schon gelaufen. Gut, dass an unserem Surfspot wenig Touristen waren und wir so die Sonne und den Strand in aller Ruhe genießen konnten. Diese intensiven Stunden am Strand haben dazu geführt, dass wir am Ende alle deutlich brauner waren als vorher. Leider haben wir es verpasst, ein Vorher-Nachher-Bild zu machen.

Wenn wir nicht gerade am Strand oder auf dem Board waren, haben wir im Atlantik geplanscht, Volleyball gespielt oder die kleine Strandpromenade besucht. Am späten Nachmittag gab es immer eine kurze Theorieeinheit, in der wir die Bedeutung von allen oben genannten Begriffen gelernt haben. Wenn ihr Interesse habt, dann schlagt die Begriffe doch einfach mal nach oder fahrt selber surfen ;) An den Abenden haben wir in gemütlicher Runde zusammen gesessen, geredet, Karten gespielt oder und auf dem Volleyballplatz ausgetobt.

Ganz klare Highlights der Woche waren die Sonnenuntergänge, die wir dank Westküste jeden Abend am Strandgenießen konnten, und unsere Fahrt nach San Sebastiàn.

In der spanischen Stadt an der Grenze zu Frankreich war gerade Stadtfest, sodass wir an jeder Ecke einer musikalischen Darbietung lauschen konnten, während wir in einer Tapas-Bar unseren Hunger stillten oder auf Shoppingtour durch die Altstadt bummelten. Der eindeutige Höhepunktwar das Feuerwerk in der Hafenbucht am Abend, das sich im Atlantik gespiegelt hat und uns eine Viertelstunde zum Staunen gebracht hat.

Verpflegt wurden wir von unserem Camp-Koch, der es immer wieder geschafft hat, uns abwechslungsreiches und, je nach Bedarf, auch vegetarisches, veganes, glutenfreies, laktosefreies Essen gezaubert hat. An dieser Stelle schließt sich der Dank an das Team des Wavetours Surfcamps an, die uns wunderbar betreut haben, uns bei allen Fragen mit mindestens drei offenen Ohren beiseite standen und für alle Probleme sofort eine Lösung wussten.

Auf der Rückfahrt war die einstimmige Meinung, dass noch eine Woche Surfen jetzt auch gar nicht so schlecht wäre. Am Sonntag sind wir dann ziemlich verschlafen, aber rundum glücklich und ohne größere Zwischenfälle nach einer etwas längeren Busfahrt (23 Stunden) wieder in Lehrte angekommen.

So ist für uns eine erlebnisreiche und erinnerungsreiche Woche in Frankreich zu Ende gegangen und wir bedanken uns an dieser Stelle auch noch mal bei Herrn Ziegler und Herrn Gruber, die uns begleitet und mit uns zusammen die Wellen erobert haben.

Jonas Wilkening, Victoria Fricke