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Das European Youth Parliament 2016 – Ein Erfahrungsbericht

Das „European Youth Parliament“, oder kurz EYP, ist ein europäisches Jugendparlament, in dem aktuelle politische Themen auf europäischer Ebene von Jugendlichen auf Englisch diskutiert werden. Da in diesem Parlament alle europäischen Länder nur von wenigen Jugendlichen vertreten werden können, gibt es Auswahlkonferenzen. Ich, Alexander Rüggeberg, durfte an der Auswahlkonferenz für Süddeutschland in Landshut und München teilnehmen. Diese fand vom 11.2. bis zum 14.2. dieses Jahres statt und es nahmen ca. 100 Jugendliche teil. Diese waren entweder in Delegationen, Gruppen von Teilnehmern aus einer Schule, oder als individuelle Teilnehmer angetreten.

Meine Reise zum EYP beginnt jedoch sehr viel früher. Letztes Jahr nahmen auch zwei Schüler des Gymnasiums Lehrte teil, damals in einer Regionalkonferenz in Hamburg, die ihre Erfahrungen als sehr positiv beschrieben. Deshalb wollte Herr Perk dieses Angebot auch dieses Jahr wieder nutzen und so erfuhr ich von dieser einzigartigen Möglichkeit, sowohl meine Englischfähigkeiten zu verbessern, als auch mal einen Einblick in die Welt der Politik zu bekommen. Wöchentlich traf ich mich also mit allen Interessierten und Herrn Perk, um in seiner AG, dem Debate Club, bestmöglich auf das Event vorbereitet zu werden. Die Bewerbung für einen der begehrten Plätze in einer der Regionalkonferenzen bestand aus einer sog. Resolution, einer Arbeit, in der man ein politisches Thema auf englisch behandelt und Lösungswege darstellt, die fristgerecht den verantwortlichen Stellen zugesendet werden musste. Leider wurde meine Resolution als einzige vom Gymnasium angenommen, weshalb ich als Einzelkämpfer die fünfstündige Zugfahrt alleine antreten musste.

Das verlängerte Wochenende in Landshut war gut organisiert, bis zur letzten Sekunde durchgeplant und vollständig auf Englisch. Die Teilnehmer wurden in Komitees eingeteilt, die sich mit verschiedenen politischen Themenbereichen beschäftigen. Ich war im Komitee für Security and Defense (Sicherheit und Verteidigung), andere Komitees waren z.B. das Komitee für Regional Developement (Regionale Entwicklung) oder das Komitee für Climate change (Klimawandel). Die erste Hälfte der vier Tage bestand aus Komitee-Arbeit, was bedeutet, dass wir täglich ca. 12 Stunden in unseren Arbeitsgruppen zusammensaßen und unser Themengebiet und die damit verbundenen Problemstellungen erschlossen. Dies resultierte in einer Resolution unseres Komitees, in dem alle Fakten, Problemstellungen und Problemlösungsansätze dargelegt wurden. Diese brauchten wir nämlich in den letzten beiden Tagen, in denen die General Assembly (Vollversammlung) stattfand. Die GA ist eine zweitägige Sitzung aller Teilnehmer, in der die Ergebnisse aller Komitees vor­gestellt und debattiert werden. Das bedeutet, dass nach der Vorstellung der Resolution eines Komitees eine Angriffsrede von einem Mitglied eines anderen Komitees gehalten wird, auf die mehrere Runden offener Debatte folgen. Am Ende dieser Debatte hält noch ein Komitee-Mitglied eine Abschlussrede, die noch einmal betont, warum die Lösungsansätze der Resolution gut sind. Denn jede Resolution wird erst „durchgesetzt“, wenn bei der anschließenden Abstimmung der GA die Mehrheit der Anwesenden für sie stimmt.

Alles in Allem war dieses verlängerte Wochenende eine sehr interessante Erfahrung für mich und ich hoffe, in Zukunft wieder einmal teilnehmen zu dürfen. Die Kombination aus interessanten Themen, dem Schreiben von Reden und dem immerwährendem Zeitdruck ist einzigartig und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch die Abende, mit Einblicken in die hiesige Kultur, waren ein Erlebnis, das ich nur jedem empfehlen kann. (Alexander Rüggeberg)

Wer sich darüberhinaus informieren möchte, kann die Homepage des EYP besuchen.

 

(http://www.eyp.de/ueber-uns/europaeisches-jugendparlament/).