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Erasmus+: Der Faden der Ariadne – Treffen in Lehrte

logo_erasmus-kleinUnter dem Motto „Der Faden der Ariadne – ein Ausweg aus dem Labyrinth der Ausbildungs- und Studienorientierung“ fand vom 04. bis zum 10. Dezember 2016 das erste internationale Treffen des neuen Erasmus+-Projektes in Lehrte statt. Zusammen mit Partnerschulen aus Lettland, Polen und Ungarn hat sich das Gymnasium Lehrte zum Ziel gesetzt, eine Homepage zu entwickeln, die europäischen Jugendlichen Hilfe bei der Ausbildungs-und Studienorientierung bieten soll, damit die Chancengleichheit auf dem europäischen Arbeitsmarkt gewährleistet wird, quasi eine „supranationale Arbeitsagentur“ per Website.

Denn die Arbeitslosenquote junger Schulabsolventen in Europa ist alarmierend. Zur Vorbereitung auf das Projekt fand bereits im Vorfeld eine Umfrage am Gymnasium Lehrte zum Thema Ausbildungs-und Studienorientierung statt, in der die Schüler der Jahrgänge 9 bis Q2 zu ihren persönlichen Ambitionen und Stärken sowie Erfahrungen, die sie bislang  mit Hilfen zur Studien- und Ausbildungsorientierung  gemacht haben, befragt wurden.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler nebst ihren begleitenden Lehrern am Sonntag, 4.12.2017, aus ihren Ländern angereist waren und einen Tag in ihrer Gastfamilie verbringen konnten, begann das offizielle Programm am Montag: Zuerst begrüßte unsere Schulleiterin Silke Brandes am Morgen die einzelnen Delegationen der angereisten Länder. Daraufhin folgte ein allgemeines Kennenlernen der Schüler und Schülerinnen. Am Nachmittag stellte Herr Dr. Grobmann das Berufs-und Studienorientierungskonzept vor, das er für das Gymnasium Lehrte entwickelt hat und erläuterte in diesem Zusammenhang die Planung für die kommende Woche, indem er u. a. eine Einweisung der am Arbeitstreffen beteiligten Schüler für die jeweiligen Praktika bei Hellmamm world-wide-logistic, Miele als auch econ-Gehrke vornahm. Jeweils acht Plätze wurden paritätisch besetzt, so dass die ausländischen wie auch deutschen Schüler jeweils in alle drei Praktika Einblicke bekamen, um sich im Nachhinein über die gewonnenen Erfahrungen austauschen zu können. Bereits im Vorfeld ließen sich starke Unterschiede zwischen den Ländern feststellen. In Ungarn beispielsweise finden gar keine Praktika statt, wohingegen bei uns in Lehrte, wenn G9 greift, zwei Praktika durchgeführt werden (ein Sozialpraktikum in Klasse 9 sowie ein Orientierungspraktikum in Klasse 11).

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Am Dienstag und Mittwoch hatten die Schüler dann die Chance, ein Kurzpraktikum bei renommierten, ortsansässigen Firmen zu absolvieren. Eine Gruppe besuchte „hellmann worldwide logistics“ in Lehrte und erkundete dort die Lagerhallen und die Büros, wo ihnen logistische sowie kaufmännische Aufgaben erläutert wurden. Eine zweite Schülergruppe suchte dann  „econ-Gehrke“ in Kirchhorst auf und durfte dort anhand eines Fallbeispiels im Bereich der Steuerberatung den Beruf des Steuerberaters genauer kennen lernen. Zudem bot Miele für eine Gruppe ein Praktikum an, in dem Designs für Küchen- und Haushaltsgeräte entwickelt wurden; am Donnerstag konnte dann das Stammwerk, das Miele Center in Gütersloh besucht werden. Die Praktika wurden jeweils von mindestens zwei Lehrern begleitet. Die dort gemachten Erfahrungen wurden sodann gemeinsam in Bezug auf Orientieren, Informieren und Bewerben ausgewertet und nachhaltig noch am gleichen Tag besprochen.

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Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz. Mit allen Teilnehmern ging es am Donnerstag nach Bremen, um dort das Universum Science Center und den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Durch die Hektik am Hannover Hauptbahnhof sind drei polnische Gastschülerinnen ‚verloren gegangen‘; sie schlossen sich irrtümlicherweise einer Gruppe von Schülern an, die zum Landtag in Hannover gingen, wobei auch Beteiligte des Seminars dabei waren. Natürlich versuchten die beiden polnischen Lehrerinnen sofort per Telefon ihre Schülerinnen zu kontaktieren, um sie zum Bahnhof zurückzuführen; dabei halfen ihnen die deutschen Lehrer, indem sie als Übersetzer und Navigator fungierten. Von allen anderen, bereits im Zug verbliebenen, Schülern und Lehrern blieb diese Aktion zunächst unbemerkt. Im Zug herrschte Verwirrung. Kann und darf man ohne die anderen nach Bremen fahren? Nach ausgiebigen Telefonkonferenzen wurde schließlich beschlossen, dass die „Zurückgeblieben“ einfach einen Zug später nehmen und dann ins Universum Science Center nachkommen würden.

Vorort gab es nach Klärung des Karten-Problems zunächst eine Einführung in das Museum und dann ging die Entdeckungstour durch die Bereiche Menschen, Natur und Technik. Gegen Mittag trafen sich alle wieder und machten sich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt, wobei natürlich auch ein Foto vom Roland und den Bremer Stadtmusikanten nicht fehlen durfte. Am Abend fuhren alle wieder zurück nach Lehrte, wo die meisten auch blieben, denn um 20 Uhr ging die Abschiedsparty los. In kleinen Grüppchen unterhielten wir uns in einer entspannten Atmosphäre und hatten eine Menge Spaß.

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Am Freitag fand abschließend die Auswertung der gesamten Woche statt und es wurde bereits eine erste grobe Planung für die zu erstellende Website vorgenommen. Sodann sollten alle Beteiligte ein erstes Feedback über die ereignisreiche und gleichsam arbeitssame Woche in Lehrte geben – alle Anwesenden bekundeten einheitlich, dass sie mit vielen neuen und positiven Informationen und Erfahrungen zurück in ihre Heimatländer fahren werden und gespannt auf die weiteren Treffen und die dort zu erarbeitenden Themen sind. Der Rest des Tages wurde noch in der Gastfamilie verbracht oder zu kleinen Ausflügen genutzt. Die polnische Delegation reiste bereits am Freitagabend mit dem Linienbus aus Hannover in Richtung Heimat ab; die Letten fuhren am Samstag mit einem Kleinbus zurück und die Ungarn flogen ebenfalls am Samstag zurück. Das Wiedersehen in Ungarn im Frühjahr 2017 wird schon mit großer Freude erwartet.

Ein großes Dankeschön geht an Frau Weis, Herrn Dr. Grobmann und Herrn Bauer, den Organisatoren der Woche in Lehrte. (Kaja Klenke)