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Der 9. Jahrgang nimmt an einer szenischen Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank teil

2019 wäre Anne Frank 90 Jahre alt geworden. Mit ihrem Tagebuch schuf sie ein Werk, das ein einzigartig authentisches Dokument einer grauenvollen Epoche der deutschen Geschichte darstellt. Das Tagebuch der Anne Frank ist ein Werk der Weltliteratur. Nach der Verhaftung der Familie Frank nahm deren Helferin Miep Gies das Tagebuch an sich und bewahrte es so vor dem Zugriff der Gestapo. Das Tagebuch übergab sie nach dem Krieg an Annes Vater Otto Heinrich Frank, der als einziger seiner Familie den Holocaust überlebt hatte. Dieser veröffentlichte die Aufzeichnungen, die schon in den 1950ern zum meistverkauften Taschenbuch und meistaufgeführten Bühnenstück in Deutschland wurden.

Ein solches wurde am 13.06.2019 im Forum des Gymnasiums Lehrte aufgeführt. Auf Initiative der Deutschlehrerin Franziska Hasenjäger und mit Unterstützung durch Jahrgangsleiter André Bien war das „Wiener Forum-Theater“ in der Schule zu Gast. Einige SchülerInnen sollten in die Rollen der in Anne Franks Tagebuch vorkommenden Personen schlüpfen. Sie lasen gemeinsam mit den Schauspielern Szenen aus dem Buch und Theaterstücken.

Anne hatte zu ihrem 13. Geburtstag am 12. Juni 1942, also wenige Wochen vor dem „Untertauchen“ ein Tagebuch geschenkt bekommen, das sie fortan als ihre „Freundin“ bezeichnete und der sie den Namen „Kitty“ gab. Anne führte das bis zum 1.August 1944. Sie schrieb über sich selbst, ihre Familie und Freunde, ihren Schulalltag und bevorzugte Plätze in der Nachbarschaft. Neben diesen Bemerkungen über ihr privates Leben äußerte sie sich – mehr oder weniger nebenbei – auch zu den Veränderungen, die den in die Niederlande geflohenen deutschen Juden das Leben zunehmend erschwerten. Sie schrieb über den Judenstern, den Juden in der Öffentlichkeit tragen mussten, und andere Beschränkungen, denen sie während der deutschen Besetzung unterworfen waren.

Nach der Lesung auf der Bühne zeigten die beiden Gäste Claudia Fenn und Johannes Föttinger den Schülern Zeichen und Symbole aus der NS Ideologie und versuchten die SchülerInnen zu sensibilisieren, was eventuell in Kleingruppen zu einem größeren Lernerfolg geführt hätte. Dennoch war die szenische Umsetzung durch und für die SchülerInnen gelungen und eine andere Form sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen. (Text: Franziska Hasenjäger / Bilder: André Bien)

Die Schauspieler Claudia Fenn und Johannes Föttinger mit den Schülern, die aktiv an der Lesung teilnahmen!