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Erasmus+-Treffen in Deutschland Ende März

„Refugee Crisis: New Concepts, New Ideas and New Changes“ – Seit November 2018 arbeitet das Gymnasium Lehrte an seinem dritten Erasmus+ – Projekt. Unter dem Titel „Refugee Crisis: New Concepts, New Ideas and New Changes“ soll ein interkultureller Dialog über die Flüchtlingskrise eröffnet und sich über verschiedene Integrationsmaßnahmen und –projekte länderübergreifend ausgetauscht werden. Das Projekt wird gemeinsam mit unseren Partnerschulen Istituto di Istruzione Superiore „Giovanni Verga“ aus Modica, Sizilien, und dem Collège St Gervais in St. Gervais sur Mare/ Montpellier, Frankreich bearbeitet.

Im Rahmen dieses Projekts haben sich Schülerinnen und Schüler aus diesen drei Ländern zum mittlerweile zweiten Mal für eine Woche (vom 24.03 bis zum 30.03) getroffen, um gemeinsam am Ziel des Projektes zu arbeiten.

Nachdem die ausländischen Schüler am Sonntag in Deutschland angekommen und herzlich von ihren Gastfamilien in Empfang genommen wurden, ging es am Montag für alle mehr oder weniger ausgeschlafen mit einer Begrüßung durch die Schulleitung und die Lehrkräfte Frau Busch, Herr Perk und Frau Zaremba, die das Projekt leiten, gefolgt von einer Führung durch unsere Schule, weiter. Anschließend wurde bis zum Nachmittag inhaltlich an unserem Projekt gearbeitet und die Ergebnisse, die die Schüler in ihren Ländern einzeln erarbeitet hatten, verglichen und ausgetauscht. Danach ging es nach Hannover, wo wir uns, in von uns selbst ausgearbeiteten Routen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angesehen haben. Dabei haben wir nicht nur die Stadt besser kennengelernt, sondern uns auch mit den internationalen Gästen ausgetauscht.

Am Dienstag teilten wir uns in verschiedene kleine Gruppen, um uns mit verschiedenen Wegen der Integration auseinanderzusetzen. Einige von uns hatten in Folge dessen die Möglichkeit ein Interview mit dem Integrationsmanagement der Stadt Hannover und der Integrationsbeauftragte Frau Stolzenberg zu führen. Im Anschluss konnten wir uns Integrationsmaßnahmen der Stadt vor Ort anschauen und besuchten die Arbeit in Sahlkamp sowie verschiedene Flüchtlingsunterkünfte. Die anderen der Gruppe haben sich währenddessen intensiv mit der Sprachlernklasse unserer Schule beschäftigt. Neben Interviews mit dem stellvertretenden Schulleiter, Herrn Filsinger, und der Klassenlehrerin der Sprachlernklasse, Frau Baranek, haben wir auch selbst am Unterricht teilnehmen dürfen, was uns ein sehr detailliertes Bild dieses Konzeptes gezeigt hat.

Am Mittwoch sind wir mit der ganzen Gruppe nach Hamburg gefahren und haben uns verschiedene Sehenswürdigkeiten angesehen, wie den Elbtunnel oder die Elbphilharmonie. Natürlich kam aber auch die Zeit zum Shoppen und für eigene Erkundungstouren nicht zu kurz. Trotz der unglücklichen Wetterverhältnisse war der Tag für uns alle sehr ergiebig und geprägt vom interkulturellen Austausch zwischen den drei Nationen.

Der Donnerstag war in vielerlei Hinsicht der Höhepunkt unserer Projektwoche. Zunächst hat sich der größte Teil unserer Gruppe auf den Weg nach Baddeckenstedt gemacht, wo wir uns das Projekt „Vielfalt Innerste“ angesehen haben, was eine Kooperation verschiedener Organisationen, darunter Volkswagen und das Deutsche Rote Kreuz und einer Sprachschule, ist. Der Rest der Gruppe hat sich in Hannover mit der IHK getroffen. Beide Projekte hatten für die weitere Arbeit an unserem Thema eine besondere Bedeutung, da sie uns viele Lösungsmöglichkeiten für verschiedene Probleme in Bezug auf die Integration aufgezeigt haben und wir außerdem die Chance hatten, die Umstände von Flüchtlingen in Deutschland besser nachvollziehen zu können. In der anschließenden Arbeitsphase haben wir dann die Ergebnisse der beiden Besuche verglichen und uns auf die letzte inhaltliche Arbeitsphase am Freitag vorbereitet. Am Abend fand schließlich noch die kleine Abschiedsfeier statt, auf der alle viel Spaß miteinander hatten und wir wieder die Chance hatten, die entstandenen Freundschaften mit unseren internationalen Gästen zu vertiefen.

Der Freitag beinhaltete dann die letzte inhaltliche Arbeitsphase, bei der wir alle Ergebnisse der Woche aufbereitet, sowie Präsentationen erstellt haben und die gesamte bisher getane Arbeit Revue passieren ließen. Die restliche Gestaltung des Tages lag ganz bei uns und so sind einige von uns zusammen mit den italienischen Gastschülern nach Bremen gefahren, um ihnen dort noch ein wenig von Deutschland zu zeigen.

Insgesamt war diese Woche für uns persönlich, sowie für unser Projekt, ein Erfolg und wir sind zuversichtlich, dass die nächste Projektwoche in Frankreich ähnlich positiv verläuft.

 

Die Projektidee

Die Migrations- und Flüchtlingsbewegungen in ihren verschiedenen Ausprägungen ist ein inhärentes Merkmal eines Europas im 21. Jahrhunderts. Dies bedeutet ebenfalls neue Ansprüche an Integrationskonzepte, -maßnahmen und –projekte, um auf die große Flüchtlingswelle zu reagieren. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass ein Austausch über die Entwicklung von funktionierenden Integrationskonzepten über Ländergrenzen hinweg unabdingbar ist. Demzufolge soll unser Projekt verschiedene erfolgreiche Integrationsprogramme innerhalb der EU analysieren und miteinander hinsichtlich der verschiedenen Reaktionen und Maßnahmen der Länder, Geflüchtete zu integrieren, vergleichen. Der Blick richtet sich auf die einzelnen Strategien, ihre Stärke und Schwächen sowie die Möglichkeit der Adaption.

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Für den Lehrter Teil der HAZ schrieb Konstantin Klenke folgenden Artikel:

Schüler aus drei Ländern haben ein Ziel

Junge Menschen aus Frankreich und Italien in Lehrte begrüßt / Schulleiterin ermutigt zu Engagement

Gerade erst haben einige Lehrter Gymnasiasten bei den Vereinten Nationen debattiert, jetzt hat die Europaschule und Botschafterschule des Europäischen Parlaments Schüler für ihr drittes Erasmus-Projekt willkommen geheißen: Dabei beschäftigen sich Lehrter Gymnasiasten mit Partnerschulen aus Italien und Frankreich mit möglichen Lösungen für die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen.

Die Europäische Union, die das Austauschprojekt mit knapp 80 000 Euro finanziert, erwartet von den Schülern freilich keine allumfassende Lösung der Integrationsfrage: „Viele herausragende Ideen gibt es längst. Wir wollen vielmehr eine Übersicht schaffen, welche Angebote in Italien, Frankreich und Deutschland schon existieren – auf politischer, privater und wirtschaftlicher Ebene“, erläutert Lehrer Klaus Perk, der die Europaprojekte der Schule koordiniert.

Am Ende der eineinhalbjährigen Projektphase wollen die Schulen ihre Ergebnisse dann auf einer Webseite präsentieren. Das gerade stattfindende Treffen ist das zweite von insgesamt fünf, zu denen die Delegationen der Schulen aus Lehrte sowie dem sizilianischen Modica und dem französischen Montpellier zusammenkommen. Im Oktober 2020 wollen die Schulen fertig sein.

Besuch in Flüchtlingsheimen

Ihrem Arbeitsziel wollen sie allerdings nicht nur in Sitzungen und Debatten, sondern auch ganz praktisch näherkommen: Unter anderem besichtigten die Jugendlichen zwei Flüchtlingsheime in Hannover und sahen sich das Projekt „Vielfalt Innerste“ in Baddeckenstedt im Landkreis Wolfenbüttel an. Bei einem Tagestrip nach Hamburg traten Deadlines und Projektziele in den Hintergrund. Stattdessen sollen sich die Schüler näher kennenlernen und Spaß haben.

Bei der offiziellen Begrüßung ermutigte Schulleiterin Silke Brandes die Schüler zu reichlich Engagement: „Die Europäische Union hat zu einem frühen Zeitpunkt den Friedensnobelpreis gewonnen – 2015 hatte sie aber Schwierigkeiten, eine humanitäre Lösung in der Flüchtlingskrise zu finden. Ich glaube aber fest daran, dass es diese Lösung gibt.“

Mut machten ihr auch die Erfahrungen mit der Sprachlernklasse an ihrer Schule, so Brandes: Im vergangenen Jahr hatte der erste Flüchtling am Gymnasium Lehrte sein Abitur absolviert. Als Schulen könnten das Lehrter Gymnasium und die Einrichtungen aus Italien und Frankreich diese Lösung zwar nicht anbieten – aber zumindest Mittel für den Austausch darüber schaffen, erklärte Brandes. (von Konstantin Klenke)